Mama Cash und andere Dinge, die Sie in Amsterdam verpasst haben (1)

Zitat Mama CashAmsterdam ist in: Coffee Shops, Design-Läden, hippe Flohmärkte, cooles Nachtleben. Was in der niederländischen Hauptstadt aber auf jeden Fall einen Besuch wert wäre in einem alten Schulgebäude ganz in der Nähe von Amsterdams berühmtem Leidseplein ist Mama Cash, der erste internationale Frauenfonds der Geschichte.

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Entstanden am sprichwörtlichen Küchentisch Anfang der 80er Jahre erschuf Marjan Sax mit Hilfe ihrer 4 Freundinnen und einer Erbschaft ihrer Eltern eine Organisation, die in den folgenden 30 Jahren das Leben von tausenden von Frauen verändern würde.

keukentafelDass der Schwerpunkt auf Aktivismus liegen würde, war den fünf Frauen schnell klar; da alle bereits vorher aktive Feministinnen waren, war die Erhaltung des Status Quo keine Option, Veränderung musste her. Mittlerweile unterstützt Mama Cash mehr als 100 Frauenrechtsorganisationen, Gruppierungen, Projekte oder Fonds jährlich, seit der Gründung 1983 wurden mehr als 37 Mio. Euro generiert und für die Verbesserung der Leben von Frauen weltweit weitergegeben.

1.-Marjan-bij-logo-300x259Auch der Name war schnell gefunden: Gründerin Marjan war ein großer Fan der Band „The Mamas and the Papas“, ganz besonders hatte es ihr „Mama“ Cass Elliot angetan, so wurde aus Mama Cass eben einfach Mama Cash.

Über 30 Jahre Feminismus-Arbeit haben dabei 4 Grundthemen zutage gefördert, worum es (wenn auch in immer wieder vollkommen unterschiedlichen Kontexten) in den meisten Projekten, die Mama Cashs Hilfe brauchen, geht:

  • Body – also Autonomie und Selbstbestimmungsrechte über den eigenen Körper
  • Money – also wirtschaftliche Gerechtigkeit für Frauen
  • Voice – also repräsentiert und wahrgenommen zu werden, Mitspracherechte zu haben
  • Women’s Funds – also Zugang zu Ressourcen, um sich organisieren zu können

Number-of-grants-per-portfolioMittlerweile hat Mama Cash 26 Festangestellte und eine große Zahl an freiwilligen Helfern und sammelt Geldmittel von privaten Spendern, Organisationen und Regierungen, doch was Mama cash vor allem auch von anderen wohltätigen Vereinigungen unterscheidet, ist, dass sie sich nicht auf finanzielle Hilfe beschränkt.

Die Begleitung einzelner Projekte über einen langen Zeitraum und vor allem auch die Vernetzung verschiedener Projekte, die sich dann gegenseitig unterstützen und vorwärtsbringen können, ist für Mama Cash ein wichtiger Faktor.

Ihr (Marjan Sax war sich von Anfang an sicher, dass ihre Organisation durch und durch weiblich ist und bezeichnet sie immer als „she“, nie als „it“) Aufbau, ihre Motivation und ihre Ziele sind klar strukturiert, simpel und revolutionär: am Ende der Gleichung steht nichts weniger als eine bessere Welt.

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Hier sind nur einige von hunderten von vollkommen unterschiedlichen Projekten weltweit, die ohne Mama Cash nicht möglich wären, und über die Sie hier mehr lesen können:

  • Women and Children Crisis Centre [WCCC) in Tonga
  • Justice For All Organization in Afghanistan, die sich für Frauenrechte einsetzt     und dafür sorgt, dass Frauen bei Verhandlungen Rechtsbeistand haben etc.
  • International Women Space in Deutschland, eine Flüchtlingsorganisation, die daran arbeitet, das deutsche Asylrecht zu ändern, insbesondere den Asylstatus weiblicher Flüchtlinge
  • Women in Black Belgrade (WBB) in Serbien, die Frauen unterstützt, die im Balkankrieg vergewaltigt wurden
  • ESTRATEGIA in Peru, eine Organisation gegründet von Architektinnen, die u.a. dafür sorgt, dass die Rechte von Frauen auf Grundstücksbesitz gewahrt durchgesetzt und werden
  • Nazra for Feminist Studies in Ägypten, die eine neue Generation Frauenrechtsaktivistinnen mobilisiert und beschützt, ihnen eine öffentliches Forum bietet und sie in ihrer Ausbildung unterstützt
  • Association Femme Plus in Togo, die sich um HIV-positive Frauen und Kinder kümmert
  • Silver Rose in Russland, eine Vereinigung für Prostituierte, die sich für die Gesundheitsvorsorgen, Sicherheit und Freiheit russischer Sexarbeiterinnen einsetzt
  • UHAI – East African Sexual Health and Rights Initiative in Kenya
  • Eco Women Network in China, die weibliche Farmer unterstützt, ohne Pestizide zu arbeiten und damit die Sicherheit und Gesundheit ihrer Dörfer zu gewährleisten

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Natürlich können auch wir Mama Cash und ihre phantastischen Projekte unterstützen und zwar auf drei Wegen:

  • durch eine direkte Spende 
  • durch die Aktion „Spread the Word, bei der Ihr Euren Freunden von Mama Cash erzählt und sie auffordert, zu spenden oder mitzuarbeiten; und (mein besonderer Liebling):
  • durch Organize an Event – ist das nicht eine tolle Idee? Das ist doch definitiv mal eine Alternative zur Tupperparty, oder? Von Babyshower über eine Halloween-Party bis zum Marathonlauf kann praktisch alles so ein Fund-Raising-Event sein, man lädt alle seine Freunde ein und tut damit tatsächlich etwas Gutes! Also wer schon unbedingt 200 Leute zu seiner Hochzeit einladen muss oder gerade eine große Retro-Party zu seinem 40. plant: macht daraus ein Mama Cash-Event!

Wer noch mehr über Mama Cash erfahren möchte: morgen gibt es ein Interview mit der Programmleiterin Zohra Moosa (die übrigens früher selbst für den feministischen Blog
the f word“ gebloggt hat) und Sarah van Brussel!

Und hier könnt Ihr Euch noch ansehen, was Mama cash bis 2020 plant:

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