Tür 02 – Fadwa Suleiman

Tür 02 - Syrien

Die zweite Tür unserer 24 Türen in die Welt führt uns nun nach Syrien und zu einer außergewöhnlichen Frau:

Fadwa Suleiman war einmal eine von Syriens populärsten Schauspielerinnen. Aber sie ist auch Alawitin und damit eine der ganz wenigen Rebellen, die der religiösen Sekte von Präsident Assad angehören.

suleiman112-_v-videoweblSie wurde 1970 in Aleppo geboren und zog als junge Frau in die Hauptstadt Damaskus, um Schauspiel zu studieren. In den ersten Jahren ihrer Karriere beteiligt sie sich an verschiedenen friedlichen Demonstrationen, sie besucht Begräbnisse von Märtyrern, die von der Armee brutal umgebracht wurden, lässt in Interviews die ein oder andere systemkritische Bemerkung fallen, meist mit gesenktem Blick und fast entschuldigendem Lächeln. Doch dabei bleibt es nicht. Die Situation in ihrem Land wird härter und so auch der Protest.

Sie geht in  Hungerstreik um die Freilassung politisch Gefangener zu erzwingen, sie steht an Rednerpulten auf Bühnen, vor hunderten Regierungsgegnern, auch in al-Bayadah in Homs, einem der konservativsten sunnitischen Bezirke.  Neben ihr steht  Abdul Baset Al-Sarout, ehemaliger Fußball-Nationalspieler und bekanntestes Gesicht des syrischen Widerstands. Drei Mordanschläge hat er überlebt, wurde mehrmals verwundet, seine vier Brüder wurden umgebracht. Kann sie so weit gehen?

Sie taucht unter, doch Assads Armee sucht ganz Homs nach ihr ab. In einer Videobotschaft im November 2011 sagt sie, dass die Armee in mehreren Bezirken in Homs Personen festgehalten und misshandelt hat, nur um Informationen über ihren Aufenthaltsort zu bekommen. Sie schneidet ihre Haare ganz kurz, trägt Männerkleidung, zieht von Haus zu Haus, versteckt sich. Ihre Inhaftierung ist Assad wichtiger als die vieler anderer Rebellen, denn sie ist eine Frau und sie ist Alawitin. Auch die Schriftstellerinnen  Samar Yazbek und Hala Mohammad wissen das, ihnen ging es ähnlich, denn auch sie sind beide Alawitinnen und syrische Frauen, die in der Öffentlichkeit standen, und auch sie haben es gewagt, sich gegen das Regime zu wenden. Beide mussten aus ihrem Land fliehen und am 24. März 2012 flieht schließlich auch Fadwa Suleiman bei Nacht und Nebel über die libanesische Grenze und weiter ins französische Exil.

Fadwa 2In Paris versucht sie, auf die Tragweite der syrischen Katastrophe aufmerksam zu machen, doch die Welt scheint gelangweilt die Schultern zu zucken, noch ist der Konflikt weit weg, deshalb ist das Medieninteresse an ihrer Person und dem, was sie zu sagen hat, gering. Sie versucht, den Kontakt nach Hause aufrecht zu erhalten, doch als das immer  schwieriger wird will sie mit anderen Exilanten eine neue Heimat schaffen; doch inzwischen hat der Terror sie auch in Paris eingeholt und zuzuhören scheint immer noch niemand. Mittlerweile lebt sie isoliert von der syrischen Exilgemeinschaft, schreibt ein Buch, geht ihre eigenen Wege, fühlt sich ohnmächtig. Von hier kann sie nichts weiter verändern. Doch das hat sie ja schon getan…..

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