Tür 21 – Bahareh Hedayat

Tür 21 - Iran

Die einundzwanzigste unserer 24 Türen in die Welt führt uns in den Iran und eigentlich wollte ich mit Ihnen noch einmal über „My Stealthy Freedom“ sprechen, die großartige iranische Initiative, die ich Ihnen vor einigen Monaten schon einmal in meinem Beitrag über Burkas vorgestellt habe, doch das muss warten, denn Bahareh Hedayat braucht Ihre Hilfe.

Bahareh-Hedayat-2Bahareh begann 2002 ihr Wirtschaftsstudium an der Universität von Teheran und wurde schnell zu einem aktiven Mitglied der Studentenvereinigung, erst in ihrer eigenen Fakultät, und dann der größten iranischen Studentenorganisation OSU („Office for Strengthening Unity“). Im September 2006 ist Bahareh maßgeblich an der größten feministischen Initiative, die es im Iran je gab, beteiligt, der „Eine-Million-Unterschriften-Kampagne für Frauenrechte“.

2006 wird sie zum ersten Mal verhaftet und wegen der „Organisation illegaler Treffen“ zu zwei Jahren Einzelhaft verurteilt, das Urteil wird jedoch für fünf Jahre ausgesetzt.

2007 organisiert sie zusammen mit der OSU einen Streik gegen willkürliche Verhaftungen und Folter. Der Geheimdienst nimmt sie erneut fest und sie ist mehrere Wochen in Einzelhaft, wird täglich von Polizisten stark unter Druck gesetzt. Gegen eine hohe Kaution wird sie zwar schließlich freigelassen, doch es folgen weitere Verhaftungen (sogar eine am Tag vor ihrer für den Juni 2009 geplanten Hochzeit), weitere Misshandlungen.

Am 31. Dezember 2009 wird sie schließlich wieder in Gewahrsam genommen und vor Gericht gestellt. Im Mai 2010 lautet das Urteil des Islamischen Revolutionsgerichtes Teheran: neuneinhalb Jahre Haft , unter anderem wegen „Propaganda gegen das System“, „Störung öffentlicher Ordnung“, „Teilnahme an illegalen Treffen“, „Beleidigung des Präsidenten Ahmadinedschad“, „Beleidigung des Obersten Führers Ayatollah Ali Khamenei“, „Kommunikation mit ausländischen Medien“ und „Handlungen gegen die nationale Sicherheit“. Ein Jahr später wird das Urteil vom Berufungsgericht bestätigt und schließlich sogar noch um sechs Monate erhöht, da Bahareh aus dem Gefängnis heraus einen öffentlichen Protestbrief verfasst hatte.

Seitdem sitzt Bahareh im berüchtigten Evin Gefängnis im Nordwesten Teherans, das wegen seiner grauenhaften Haftbedingungen gefürchtet ist. Erniedrigungen, Gewalt und Folter sind an der Tagesordnung, und es ist völlig überfüllt. Ausgelegt für eigentlich nur 320 Gefangene sind dort seit Jahren ständig mehrere tausend Menschen eingepfercht.

Behareh Hedayat is a member of Iran's Campaign for Equality (also known as the One Million Signature Campaign). She is serving a prison sentence of 10 years imposed because of her peaceful student and human rights activities.

Sie ist dort in Einzelhaft in einer winzigen Zelle, hat keinen Zugang zu einem Telefon und kaum Kontakt zu anderen Inhaftierten. Besuche ihres Ehemannes werden stark reglementiert. Alle Gnadengesuche wurden bislang abgelehnt.

Sie können mithelfen, den Druck auf die iranische Regierung zu erhöhen, in dem Sie sich mit nur ein paar Klicks an diesen beiden Petitionen (Petition Amnesty International und Petition der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte) beteiligen.

Sie können Bahareh außerdem einen Brief schreiben, Kontakte zur Außenwelt sind in Einzelhaft überlebenswichtig. Sie spricht sehr gut englisch und wird zwar vermutlich nicht die Möglichkeit haben, zu antworten, freut sich aber über jede Ablenkung in der Isolation. Post ist auch politisch wichtig, denn je mehr internationale Briefe Gefangene bekommen, desto mehr haben das Gefängnispersonal und die Behörden den Eindruck, dass der Gefangene international wahrgenommen und sein Schicksal verfolgt wird, das erschwert dem Gefängnispersonal Misshandlungen.

Wenn Sie also Zeit haben, schreiben Sie ihr doch bitte ein paar Zeilen (keine Pakete oder Geschenke, die würden ihr nicht ausgehändigt werden):

To Ms. Bahareh Hedayat
Evin Prison
Kachoui Alley
Tehran
Islamic Republic of Iran

Wer das nicht möchte, kann Bahareh auf anderem Weg unterstützen indem er diese Unterschriftenliste ausdruckt, selbst unterschreibt, von Familie und Freunden unterschreiben lässt und an die vorgegebene Adresse sendet.

Für Demokratie und Freiheit in ihrem Land hat Bahareh schon so viel getan und so viel geopfert, lassen Sie uns gemeinsam ein paar kleine Dinge für sie tun. Bitte helfen Sie mit!

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