Chimamanda Adichie

Die Schweden sind uns immer in allem voraus: bessere Lebensqualität, kürzere Arbeitszeiten, mehr Sozialleistungen, IKEA, Pippi Langstrumpf, Prinzessin Estelle….. und Chimamanda Adichie. Gut, die ist nun nicht gerade ein schwedisches Originalprodukt, doch trotzdem hat die schwedische Regierung veranlasst, dass alle 16jährigen des Landes ein Freiexemplar ihres Buches „We should all be feminists“ erhalten, um „sich einem Dialog über Geschlechterfragen zu öffnen“. –  Tja, die Schweden eben: Kein Tageslicht im Winter, ansonsten aber vollen Durchblick.

Chimamanda verließ ihre Heimat Nigeria mit neunzehn Jahren und studierte in den Staaten in Princeton und Yale. Dort wurde sie von Afro-Amerikanischen Mitstudenten immer als eine der ihren angesehen, doch auf Solidaritätsbekundungen reagierte Chimamanda meist mit Kopfschütteln, das Konzept Rasse ist ihr fremd:

„Was soll das? Ich bin nicht schwarz, ich bin Nigerianerin!“

Auch mit dem Begriff „Afropolitan“, der von der Schriftstellerin Taiye Selasi, mit der Chimamanda oft verglichen wird, geprägt wurde und der Afrikaner, die anderswo in der Welt zuhause sind (wie etwa Minna Salami, bezeichnet, kann sie nichts anfangen. „Europolitans“ gebe es ja schließlich auch nicht.

Stereotype sind Chimamandas Feindbild Nummer 1, ob sie nun Geschlechter, Rassen oder Nationalitäten betreffen. Gut sortierte mentale Schubladen im Kopf in einem Akt der Befreiung mal eben auszukippen und die Sortierung nochmal kritisch zu überdenken (oder bestenfalls ganz zu unterlassen), das ist das Hauptthema ihrer wunderbaren Bücher. Begriffe spielen dabei keine Rolle.

“When I was 16, I don’t think I knew what the word ‘feminist’ meant.  – But I was a feminist.”

Einer der Gründe, warum ich mir wünschen würde, dass ihre Bücher auch hier an jede 16jährige (und 26jährige und 36jährige und 46jährige….) verteilt würden, ist ihr Ratschlag STOP BEING LIKABLE. In einer Rede am Wellesley College begründete sie das so:

„All over the world, girls are raised to make themselves likeable, to twist themselves into shapes that suit other people (…) Don’t do it. (…) The world is such a gloriously multifaceted, diverse place that there are people in the world who will like you, the real you, as you are.“ 

Ihrer Meinung nach profitieren vom Feminismus auch die Männer, denn das Patriarchat ist bei Leibe kein Männerparadies. In ihrem TED Talk spricht sie darüber, wie Männer, die in traditionelle Rollenbilder gepresst werden, keine Verletzlichkeit oder vermeintliche „Schwäche“ zeigen dürfen, nicht selten daran zerbrechen:

„The harder a man feels compelled to be, the weaker his ego is.“

Sollten Sie noch nach Lesestoff für den Sommerurlaub suchen, kann ich Ihnen Chimamandas vielschichtige, satte, bunte Geschichten nur empfehlen. Sie bekommen Sie zwar nicht umsonst (außer Sie sind eine 16jährige Schwedin), aber sie sind allemal ihr Geld wert. Hin und wieder ist eine gesunde Portion Wut dabei, aber dagegen ist nicht das Geringste einzuwenden:

„I am angry. We should all be angry. Anger has a long history of bringing positive change.“

 

We Should All Be Feminists (Taschenbuch)


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