Meg Wolitzer

– Unsere Literaturempfehlung für einen ausgefüllten Lese-Sommer ist dieses Jahr kein Buch, sondern eine Autorin –

Letzte Woche habe ich auf einem Flug nach Beirut eine Autorin wiederentdeckt, die ich seit Jahren liebe. Zugegeben, es war nicht unbedingt eine Urlaubsreise, aber das tat meinem Lesevergnügen bei der Lektüre von „The Wife“ keinen Abbruch.

Meg Wolitzer ist eine dieser Autorinnen, die eigentlich jeder kennen MÜSSTE – dennoch treffe ich bei der Nennung ihres Namens meist auf ausdruckslose Gesichter. Ihr erstes Buch erschien 1981 und seither ist sie zwar keine Bestsellermaschine wie etwa John Grisham, aber sie schreibt kontinuierlich und es erschienen in regelmäßigen Abständen hervorragende Romane von ihr, die mehrfach ausgezeichnet und von denen zwei sogar verfilmt wurden.

Also warum ist sie nicht bekannter? – Würden wir ihr selbst diese Frage stellen, würde sie vermutlich antworten, es läge daran, dass ein ganzes Geschlecht sich weigert, ihre Bücher zu lesen. Es ist das Schicksal der meisten weiblichen Autorinnen, dass uns nur die Hälfte der Menschheit als potentielle Leser zur Verfügung steht. Es gibt da nämlich diese kaugummiartige, schwer zu definierende, aber durchaus hartnäckig festklebende Literaturkategorie namens „Women’s Fiction“ und wenn man in dieser Schublade erst einmal steckt, gibt es selten ein Entrinnen. Zugegebenermaßen ist „Women’s Fiction“ nicht annähernd so schlimm wie „Chick Lit“. Women‘s Fiction gesteht den Autorinnen durchaus zu, dass sie tatsächlich schreiben können – aber eben für andere Frauen.Anders als viele andere Autorinnen, die das stillschweigend hinnehmen, hat Meg Wolitzer genau hierüber 2013 ein hervorragendes Essay für die New York Times geschrieben: „The Second Shelf – On the Rules of Literary Fiction for Men and Women“

Das Essay beginnt sie mit einer sehr interessanten Frage:

If “The Marriage Plot,” by Jeffrey Eugenides, had been written by a woman yet still had the same title and wedding ring on its cover, would it have received a great deal of serious literary attention? Or would this novel (which I loved) have been relegated to “Women’s Fiction,” that close-quartered lower shelf where books emphasizing relationships and the interior lives of women are often relegated?

Wenn Frauen über Themen wie Beziehungen, Sex, Untreue, Ehe, Scheidungen, Familiengeschichten, Kinder, Streit, Eifersucht….. schreiben, sind das typische Frauenbücher. Wenn Männer über diese Themen schreiben, sind es Bestseller.

Und niemand schreibt besser über diese Themen als Meg Wolitzer. In einer gerechteren Welt (also in einer, in der Hillary Clinton Präsidentin wäre und Frauenfußballerinnen so viel verdienen wie ihre männlichen Counterparts) wäre Meg Wolitzer in aller Munde.

Will the literary habits of a culture change as younger readers take over? Will more literary women be able to persuade their publishers to keep that photo of a longhaired young girl in a summer dress facing shyly away from the camera off their book jackets and replace it with a neutral illustration and bold typeface? Will VIDA’s statistics dramatically improve? And will “Women’s Fiction” become such an absurd category it’s phased out entirely? Maybe, in a more just world.

Da wir hier bei Jill aber schon vor geraumer Zeit festgestellt haben, dass wir auf eine gerechtere Welt nicht warten können, nehmen wir das selbst in die Hand und stellen Ihnen ihre phantastischen Bücher einfach vor. Spaß beim Lesen in diesem Sommer ist garantiert!

 

              

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