Boys & Girls – Teil 1: Mädchen sind zu dumm…..

…. jedenfalls empfinden viele Mädchen so über ihr eigenes Geschlecht, wenn sie etwa 6 Jahre alt sind.

Denken Sie zurück an Ihre Lieblings-Kinderbücher oder Serien und die genialen Helden, die darin ihre Abenteuer erleben: Harry Potter, Sherlock Holmes, Mr. Spock….. Wo sind die genialen Heldinnen? Sicher, es gibt Hermione Granger und Lisa Simpson, aber man bemerke, dass sie in ihren jeweiligen Geschichten nicht die Hauptrolle spielen. Und die Heldin schlechthin, Pippi Langstrumpf, kann gar nicht lesen.

Auch als Erwachsene konsumieren wir sehr viel mehr Bücher und Filme, in denen Männer als intellektuell brillant dargestellt werden als Frauen, von Sheldon Cooper in der „Big Bang Theory“ bis Christian Grey in „Fifty Shades of Grey“. Frauen sind schön, Männer sind klug.

Das ist alles nicht neu, werden Sie mir jetzt gleich sagen, und damit haben Sie vollkommen Recht. Neu ist, dass aktuelle Studien zeigen, dass Kinder solche Stereotype schon ab einem sehr frühen Alter wahrnehmen und verinnerlichen. Und zwar mit 6.

In einer Studie der Universität von Illinois las man Kindern eine Geschichte über einen Helden vor, dessen Geschlecht nicht spezifiziert wurde. Man sagte ihnen nur, eine Geschichte handle von „einem sehr sehr klugen Kind“ und die andere von einem „sehr sehr netten Kind“. Danach zeigte man den Kindern Fotos von 2 Jungen und 2 Mädchen und befragte sie, welche wohl die jeweiligen Helden in den Geschichten seien.

Das Interessante ist folgendes: im Alter von 5 Jahren assoziieren Kinder Intelligenz noch mit dem eigenen Geschlecht, doch in der Gruppe der 6-jährigen änderte sich das rapide: wie ihre männlichen Mitstreiter assoziierten nun auch die Mädchen den „sehr sehr klugen“ Charakter eindeutig mit einem Jungen.

Fragte man die Mädchen dann aber, wer in der Schule bessere Noten bekommt, waren sich alle einig, dass das die Mädchen seien – Schulkinder sind sich also durchaus im Klaren darüber, dass Mädchen in der Schule bessere Ergebnisse erzielen, beide Geschlechter assoziieren das aber nicht mit Intelligenz!

Und Sie sind daran natürlich alles andere als unschuldig. Eltern googlen mehr als doppelt so oft „ist mein Sohn ein Genie?“ (nein, ist er nicht) als „ist meine Tochter ein Genie?“. Dafür googlen Sie 70% öfter „ist meine Tochter übergewichtig?“ als „ist mein Sohn übergewichtig?“ – Und das obwohl Mädchen nachweislich besser in der Schule sind und Jungs eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, übergewichtig zu werden.

Das bedeutet leider nicht nur, dass Sie blöde Vorurteile haben, es bedeutet auch, dass Sie sie wahrscheinlich an Ihre Kinder weitergeben. Tatsächlich sind Frauen erschreckend unterrepräsentiert in Berufszweigen, denen nachgesagt wird, man brauche dafür besondere Intelligenz: es gibt sehr viel weniger weibliche Wissenschaftlerinnen, Mathematikerinnen oder Ingenieurinnen als männliche. Und das liegt daran, dass man Mädchen schon sehr früh vermittelt, dass sie dafür nicht klug genug sind und ihre Stärken anderswo liegen (Mädchen sind hübsch, freundlich, hilfsbereit, sanft…blablabla). Frauen studieren Kunst, Psychologie, Pädagogik, Fremdsprachen…, weil sich viele von ihnen wissenschaftlichere Studiengänge nicht zutrauen.

Ja, ich weiß, Sie werden mir jetzt gleich sagen, das sei nicht Ihre Schuld, Sie hätten Ihrer Tochter nicht von einem Physikstudium abgeraten damit sie Friseurin wird, aber die Frage ist: was haben Sie getan, um sie zu ermutigen? Was haben Sie getan, um ihr klarzumachen, wie absolut brillant sie ist?

Als die Ergebnisse der neuen Studie vor wenigen Wochen in der New York Times publiziert wurden, hatte der Artikel innerhalb weniger Stunden zahlreiche Online-Kommentare. Einige von ihnen sind so gut, so treffend, dass ich sie Ihnen keinesfalls vorenthalten will.
Oh, und falls die Eltern von Jungs sich jetzt eben entspannt zurückgelehnt und sich gefreut haben, wie viel einfacher es ist, Jungen großzuziehen: vergessen Sie es, Sie verbocken es genauso, darüber berichten wir nächste Woche.

WhitneyK

A more accurate explanation is that girls are called pretty and boys are called smart. STOP obsessing with the way girls look and start affirming valuable qualities. My daughter ALWAYS knew she was smart. I seldom called her pretty because everyone else did. I affirmed her strength and intelligence. By the time she was 6 yo if someone called her pretty she would strike back and say „I’m smart and strong too!“ She ended up being the smartest person in the school by the time she hit the 3rd grade. After seeing how much my affirmation empowered her I stopped calling little girls pretty altogether. I always call them smart or strong or talented or brave. I call them everything except pretty (unless I can tell they need me to affirm their outer beauty).

Jboylee

This is SO TRUE. My daughter is probably one of the smartest kids in her class. There are also more girls in her gifted & talented class than boys. About 14 girls and 11 boys. The other day I was chatting with her and asked her if there were more boys or girls and she said „I think boys.“ I had to whip out her class picture and show her that there were MORE GIRLS. And then we talked about whether she thought she was smart. This is a girl being raised by a progressive, intersectional feminist social activist mom and a scientist dad. A girl who is being raised to literally be lord commander of the universe (only mildly joking.) There is so much socialized sexism out there and I find that I have to constantly keep a line of communication open about defying gendered stereotypes or my daughter gets brain washed with society’s message.
My daughter entered pre-school at 2.5 with no concept of princess culture or any affinity for the color pink. Her favorite colors at the time was brown and dark red. Her pre-school teachers all congratulated me for raising her to not automatically fall into stereotypical „girl culture“. Alas, within about three months she was all princess culture and pink. It took a lot of work to teach a 6 year old the dynamics of heteronormative stereotyping and sexism in language and concepts she can understand. But this is what it takes.

bee

Dear parents, teach your daughters to value their minds and not just their appearance. Encourage and model a sense of wonder and curiosity about the world. Read to them and talk to them. Have conversations involving rational and intelligent problem-solving. Dear Moms, model strength and a lively intellect. Dear Dads, respect your daughters.

 

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