Flo Kennedy

Sollte ich meine kometenhafte Sex-Shop-Karriere jemals beenden und eine eigene T-Shirt-Kollektion starten (ist das nicht die ultimative weibliche Midlife-Crisis? Männer kaufen sich Porsches, Frauen werden „kreativ“ und wollen irgendwelches selbstgemachte Zeug verkaufen), dann werden es definitiv die Zitate von Flo Kennedy sein, die ich auf diese
T-Shirts drucke:

Sweetie, if you re not livingUnity in a movement Don t agonizeThere are very few jobs The innocence of good people The biggest SIN  Loserism is when If men could get pregnant  Freedom is like taking a bath I never stop to wonder

Sehen Sie, jetzt wollen Sie gleich ein T-Shirt bestellen, oder?

Florynce_KennedyHabe ich erwähnt, dass ich Flo Kennedy liebe? Sie ist eine der ganz wenigen Feministinnen, die ihren unglaublichen Humor für die Sache nutzen konnte, anstatt ihr damit zu schaden. Sie wurde 1916 als Florynce Rae Kennedy in Kansas City geboren. Schon als Kind erlebte sie die Rassendiskriminierung am eigenen Leib, als ihre Eltern ein kleines Haus in einer überwiegend weißen Nachbarschaft kauften und nachts der Ku-Klux-Klan vor ihrer Veranda stand. In ihrem Buch „Color me Flo“ beschreibt sie, wie ihr Vater Wiley furchtlos auf die Veranda trat, mit seiner Flinte in der Hand, und den maskierten Männern zurief, dass er den ersten, der seinen Grund und Boden betrete, erschieße und sie sich dann darüber einigen könnten, wer von ihnen ihn, Wiley, erschießen wolle, aber ausziehen würden sie hier nicht. Der Ku-Klux-Klan ist nie wieder bei ihnen erschienen, doch Flo hat für ihr ganzes Leben die Bedeutung von Mut und Kampfbereitschaft erkannt.

Als sie sich an der Columbia Law School bewarb, wurde sie abgelehnt und war sich sicher, dass dies reine Diskriminierung aufgrund ihrer Hautfarbe sei. Empört machte sie einen Termin beim Dekan und sprach ihn darauf an. Der legte ihr beschwichtigend den Arm um die Schultern und versicherte ihr, dass die Ablehnung mit ihrer Hautfarbe nicht das Geringste zu tun habe – er habe sie nur abgelehnt, weil sie eine Frau war. Natürlich ließ sie das noch weniger auf sich sitzen und nur wenige Wochen später war sie Studentin und machte später als erst zweite afro-amerikanische Frau der Geschichte ihren Abschluss an der Columbia Law School. Als Anwältin kämpfte sie vor allem für die Rechte der Black Panther-Mitglieder, war jedoch generell schnell enttäuscht von der Anwaltstätigkeit und zweifelte stark daran, dass man in diesem Beruf je soziale Missstände beheben oder auch nur auf sie aufmerksam machen kann. Die Rolle der Aktivistin lag ihr sehr viel mehr. In ihrem Leben hielt sie Vorlesungen an mehr als zweihundert Colleges und Universitäten, hatte ihre eigene Fernsehshow (die „Flo Kennedy Show“ lief von 1978 bis 1995) und war eine der beliebtesten und meist bewunderten Feministinnen der Vereinigten Staaten. Richterin Goodman (vom New York State Supreme Court) sagte über Flo: „She showed a whole generation of us the right way to live our lives….. Her point was that you have to fight on all the fronts all the time.“

Die meisten von uns erinnern sich jedoch an sie wegen ihrer legendären Antwort „Are you the alternative?“ auf die Frage eines (männlichen) Zwischenrufers, ob sie eine Lesbe sei.

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